1978 Künstlers Erdenwallen – RECKWEB

1978 Künstlers Erdenwallen

kuenstlers_erdenwallen_foto A.Grabs, M.Freudenberg, R.Winkler (A.R.Penck), S.Reck, E.Göschel, P.Hermann.
Foto: P.Graf, Archiv Reck

Puppenspiel von J.W.v. Goethe

Aufführung zur Finnisage der Ausstellung „Malerei – Zeichnungen – Collagen“ von Jürgen Böttcher (Strawalde) am 28.Mai 1978 im Leonhardi-Museum Dresden.

Inszenierung von Steffen Reck. Musik von Ralf Winkler (A.R.Penck)

Die Mitwirkenden befinden vor der Puppentheater-Bühne, die aus schwarzem Theatersamt und Gerüstlatten bestand. Die Puppen sind aller Warscheinlichkeit nach verschollen. Das in der Bühne hängende Bild wurde während der Aufführung vom Künstler gemalt. Im Hintergrund die Ausstellungsbilder von Strawalde.

Weitere Fotos bzw. Negative befinden sich im Archiv von Peter Graf, Maler, Dresden-Radebeul. Ein ähnliches Foto wie oben ist im Ausstellungskatalog: „Boheme und Diktatur in der DDR“, Berlin 1997 auf Seite 161 zu sehen.(„Boheme und Diktatur in der DDR“ Gruppen Konflikte Quartiere 1970 – 1989, Paul Kaiser, Claudia Petzold; Katalog zur Ausstellung des Deutschen Historischen Museums vom 4.September bis 16.Dezember 1997, Berlin ISBN 3-927574-39-2)

Ein von Jürgen Böttcher übermaltes und gewidmetes Ausstellungs-Plakat befindet sich in meinem Archiv. Figuren und Bühne sind leider verschollen.

strawalde Plakat von Strawalde, Archiv Reck

[…] In Künstlers Erdenwallen wird der Widerstreit des irdischen Bedürfnisses mit der geistigen Forderung, sowie des Handwerks mit der Kunst in zwei so wahr gedachten, als schön ausgeführten Scenen dargestellt. Künstlers Apotheose zeigt den Lohn des Künstlers sowohl in der Freude an den eigenen Schöpfungen (Hast Zeit genug dich zu ergötzen An dir selbst und jedem Bild, Das liebevoll aus deinem Pinsel quillt), als in dem Lobe der Nachwelt, dem Bewußtsein, noch viele zu erfreuen, zu beglücken und anzuregen. „So wirkt mit Macht der edle Mann Jahrhunderte auf seines Gleichen.“ […] Der Künstler muß, um Geld zu erhalten, das Portrait einer Häßlichen vollenden und seine Venus stehen lassen. Darauf folgt eine unwissende Bekrittelung eines Fremden. In der Apotheose führt die Muse den Künstler in eine Bildergalerie, wo eines seiner Bilder bewundert, theuer erkauft und in einem goldenem Rahmen ausgestellt wird. „Sieh, was dein Werk für einen Eindruck macht, Das du in deinen reinsten Stunden Aus deinem innern Selbst erfunden, Mit Maß und Weisheit durchgedacht, Mit stillem, treuem Fleiß vollbracht. Er strebt unsterblich, wie er sterblich strebte.“ […] („Goethe als Dramatiker“, Dr.H.Düntzer, Leipzig 1837, Verlag W.Engelmann)