Ulrich Ziegers Werk „Willkommen und Abschied“ aus dem Jahr 2001 präsentiert sich als eine rätselhafte Nacherzählung, die zwischen Prosa, allegorischen Fragmenten und fiktiven Protokollen oszilliert. Die Texte entfalten eine distopische Atmosphäre, in der Themen wie das Verschwinden von Denkmustern, der Verlust von Bildwerten und eine fortschreitende Entropie auf einem fiktiven Planeten namens Exposito verhandelt werden. Zentral sind die rätselhaften Figuren Frans Wuerzt und Louise Boote, deren Reflexionen und Beobachtungen eine Welt voller Isolation und zerfallender Realitäten skizzieren. Durch eine hochgradig artifizielle Sprache und eingestreute pseudowissenschaftliche Mitschriften wird die Grenze zwischen Wahn und Analyse bewusst verwischt. Letztlich spiegeln die Quellen eine tiefe Skepsis gegenüber gesellschaftlichen Programmen und der menschlichen Fähigkeit zur aufrichtigen Kommunikation wider. Das Werk fungiert somit als ein literarisches Labyrinth, das den Leser mit der Unausweichlichkeit des geistigen und physischen Verfalls konfrontiert.
Die filmische Umsetzung versteht sich als Hommage an Zieger, der als Mitautor an Wim Wenders’ „In weiter Ferne, so nah!“ mitwirkte und zu den bedeutenden literarischen Stimmen der Nachwendezeit gehörte. Sein Werk, das in den 1990er- und 2000er-Jahren zwischen Prosa, Theater und filmischen Formen oszillierte, ist heute fast vergessen – zu Unrecht.

