2018 Großvaters Knie

„Großvaters Knie“ – Recherche von Steffen Reck

D 2018 | 82 Minuten | DCP | BD | DVD | Stream | [OF/OmeU]

Premiere am 01.03.2019 19:30 Uhr
im Kino in der Brotfabrik
Vorstellungen vom 28.02. – 06.03.2019
jeweils 19:30 Uhr im Kino in der Brotfabrik

(Film-Stills)

Das Ergebnis einer sehr persönlichen Recherche: Regisseur und Schauspieler Steffen Reck (zuletzt: „Engelbecken“, 2014) geht der Frage nach, wie die Kriegstraumata seines Großvaters und Vaters fortwirken, in ihm und seiner Familie. Welche Resonanzen hat das Schweigen erzeugt, die fortwährende, aber verdeckte Auseinandersetzung mit ihren Rollen als Täter, Zeugen, Geopferte.

Drei Ebenen werden verbunden: Erkundungsreisen führen an die Einsatzorte im Ersten und Zweiten Weltkrieg, nach Litauen und nach Tschechien, zu einem Außenlager des KZ Flossenbürg. Feldpostbriefe, Fotos, Ariernachweise liefern Fakten, die Interpretation verlangen. Gespräche mit Tochter und Bruder gehen überliefertem Wissen und den unsicheren Erinnerungen nach.

Wie mit Traumbildern sind diese Ebenen verbunden, lassen assoziative Annäherungen aufscheinen. Züge fahren nicht nur zwischen Orten, auch zwischen Zeiten hin und her. Immer wieder scheinen Sehnsüchte der Generationen auf und Unfähigkeiten zu leben: der Selbstmord des Großvaters 1938 wird ebenso umkreist wie die Wortkargheit des Vaters.

Der Film setzt die Zeitschichten in Collagen übereinander und ist somit auch eine Reflexion zum Prozess des Erinnerns.

[Axel Besteher, 2018]

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